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GITEX AI Europe 2026: Warum KI und digitale Barrierefreiheit gemeinsam gedacht werden müssen

Die GITEX AI Europe in Berlin brachte Unternehmen, Start-ups und ExpertInnen aus aller Welt zusammen. Im Mittelpunkt standen Innovationen rund um Künstliche Intelligenz, digitale Technologien und neue Geschäftsmodelle. Als Teil des Austrian Pavilion war auch WACA – Web Accessibility Certificate vertreten.

Neben dem Pitch von Werner Rosenberger bot die Messe zahlreiche Möglichkeiten zum internationalen Austausch. Besonders auffällig war die hohe Dichte an KI-Lösungen und Tech-Start-ups. Teilweise präsentierten mehrere Unternehmen nahezu identische Produktideen – ein Zeichen dafür, wie dynamisch sich der Markt derzeit entwickelt.

Eine Beobachtung stach jedoch besonders hervor: Digitale Barrierefreiheit spielte auf der Messe nur eine sehr untergeordnete Rolle. Während KI allgegenwärtig war, wurde die Verbindung zwischen KI und Accessibility kaum thematisiert.

Dabei sind beide Themen eng miteinander verknüpft.

Werner Rosenberger präsentiert am WACA-Stand die Ziele der WACA-Zertifizierung und spricht über die Bedeutung digitaler Barrierefreiheit im internationalen Technologiekontext.

Werner Rosenberger präsentiert am WACA-Stand die Ziele der WACA-Zertifizierung (©️ Advantage Austria Deutschland)

KI braucht barrierefreie Informationen

Die klassische Klickrate bei Websites geht immer mehr zurück. Die meisten Menschen nutzen KI-gestützte Such- und Assistenzsysteme, die Inhalte aus dem Web zusammenfassen und aufbereiten. Damit diese Systeme Informationen korrekt interpretieren können, sind technisch sauber strukturierte und barrierefrei umgesetzte Inhalte wichtiger denn je.

Barrierefreiheit verbessert nicht nur die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen, sondern schafft auch die Grundlage für eine hochwertige maschinelle Verarbeitung von Informationen. Semantisch korrekt aufgebaute Websites, verständliche Inhalte und eine klare Struktur kommen sowohl Nutzer:innen als auch KI-Systemen zugute.

Digitale Barrierefreiheit wird damit zunehmend zu einem Qualitätsmerkmal moderner Webangebote.

Accessibility von Anfang an mitdenken

Gerade für Start-ups steht zunächst die Entwicklung eines funktionierenden Produkts im Mittelpunkt. Themen wie digitale Barrierefreiheit werden häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt.

Aus unserer Erfahrung lohnt sich jedoch genau der umgekehrte Weg.

Wer Accessibility bereits in der Konzeptions- und Entwicklungsphase berücksichtigt, schafft nicht nur bessere Nutzererlebnisse für alle Menschen, sondern spart langfristig Zeit, Kosten und aufwendige Anpassungen. Barrierefreiheit nachträglich in bestehende Systeme zu integrieren, ist deutlich komplexer als sie von Beginn an mitzudenken.

Design for All sollte deshalb kein nachgelagerter Schritt sein, sondern Teil jedes digitalen Entwicklungsprozesses.

Unser Fazit

Die GITEX AI Europe hat eindrucksvoll gezeigt, welches Innovationspotenzial im Bereich Künstliche Intelligenz steckt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass digitale Barrierefreiheit auf internationalen Technologieveranstaltungen noch stärker in den Fokus rücken sollte.

Als WACA – Web Accessibility Certificate sehen wir darin einen klaren Auftrag: Accessibility und KI nicht getrennt zu betrachten, sondern gemeinsam weiterzudenken. Denn nur digitale Lösungen, die für alle Menschen zugänglich sind und auf hochwertigen, strukturierten Informationen basieren, können ihr volles Potenzial entfalten.

Der WACA-Stand im Austrian Pavilion präsentierte das Web Accessibility Certificate und informierte über digitale Barrierefreiheit nach internationalen Standards.

Der WACA-Stand im Austrian Pavilion