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Barrierefreies Web

Was ist eine barrierefreie Website?

Das Internet kann von Menschen mit motorischen, kognitiven, visuellen oder auditiven Beeinträchtigungen nur verwendet werden, wenn entsprechende Richtlinien der Barrierefreiheit bei Design und Entwicklung berücksichtigt werden. Diese Anforderungen sind durch das World Wide Web Consortiums (W3C) in den „Web Content Accessibility Guidelines“ (WCAG 2.0) in drei unterschiedlichen Konformitätsstufen A, AA, AAA international festgehalten. Websites müssen demgemäß wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein. Menschen mit Behinderung, die meist assistierende Technologien verwenden, sind auf die Einhaltung dieser Richtlinien angewiesen.

Welche Vorteile hat eine barrierefreie Website?

Ein barrierefreies Web ist aber nicht nur Zeichen und Ausdruck einer offenen, demokratischen und integrativen Gesellschaft, auch betriebswirtschaftliche Gründe machen Barrierefreiheit zu einem zentralen Thema.

Erreichen einer viel größeren Zielgruppe:
In Österreich leben ca. 1,7 Mio. Menschen mit temporärer oder dauerhafter Beeinträchtigung (Quelle: Statistik Austria). In dieser Gruppe befinden sich nicht nur Menschen mit Behinderung sondern auch Menschen mit Migrationshintergrund, ältere User oder Menschen mit einer kurzfristigen Einschränkung, wie z. B. einer Gipshand.

Einhaltung von Gesetzen:
Österreich hat sich auf EU-Ebene verpflichtet, die WCAG-Richtlinien umzusetzen (EU-Mandat 376: EN 301 549). Dies ist fester Bestandteil der E-Government-Strategien.
Seit kurzem ist das Inklusionspaket in Kraft. Im Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz wird unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit der Einbringung von Klagen auf Beseitigung und Unterlassung von Diskriminierungen geschaffen. Dazu zählt auch das Web.

Steigerung der User Experience:
Barrierefreie Websites sind allgemein bedienungsfreundlicher und sind auch für lange Arbeiten am PC angenehmer, da auf ausreichend Kontraste, Farbgebung und Effekte geachtet wird.

Vorteile bei Suchanfragen:
Suchmaschinen sind auch blind. Barrierefreie Websites werden besser gefunden, wenn sie technisch vorbereitet und richtig getaggt sind.

Loyalität und Kundentreue der betroffenen Personen:
Die Zahl barrierefreier Websites ist noch rar. Menschen mit Einschränkungen verändern kaum ihr Nutzungs- und Konsumverhalten. Sie bleiben idealen Webangeboten treu und nutzen vor allem die dort angebotenen Leistungen und Services.
  

Kriterien für Barrierefreiheit:

Die WCAG-Richtlinien bestehen aus 4 Prinzipien, welche die Grundlage der Barrierefreiheit im Web darstellen: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.

  • Prinzip 1: Wahrnehmbar - Informationen und Bestandteile der Benutzerschnittstelle müssen den Benutzern so präsentiert werden, dass diese sie wahrnehmen können (Textalternativen, Untertitel, Reihenfolge der Inhalte, Kontraste, Größenänderung, …).
  • Prinzip 2: Bedienbar - Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein (Tastaturbedienbarkeit, ausreichend Zeit, keine Blitze, Fokus-Reihenfolge, Überspringen von Inhalten, Definition und Reihenfolge von Überschriften, …).
  • Prinzip 3: Verständlich - Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein (gute Lesbarkeit, konsistente Navigation, Fehlererkennung, …).
  • Prinzip 4: Robust - Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer großen Auswahl an Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken interpretiert werden können (Screenreader, …).

Auf die drei Säulen von Webinhalten vereinheitlicht dargestellt:

  • Content: Verständlich – Strukturiert – Kontextbezogen – Relevant – Alternativtext
  • Design & Grafik: Gute farbliche Kontrastverhältnisse – Übersichtlich – Intuitiv – Responsiv
  • Technik: Kurze Ladezeiten – Auszeichnungen (HTML Tags) – Skiplinks – Bedienbarkeit – Eingabehilfen – Kein Flash